Ein Boot, die Weltmeere, ein Coworking Space: Wer einen richtig außergewöhnlichen Arbeitsplatz sucht, dem sei das Coboat von Gerald, Karsten, James und Tommy ans Herz gelegt. Ich so, als großer Fan von Coworking Spaces wie z. B. dem Surf Office von Hana und Peter, bin direkt begeistert und ganz sicher auch mal an Bord.
Gerald, einer der Gründer, hat mir ein erzählt, wie das alles kam, mit der Idee zum Coboat:

Und ihr so?

Wir sind die Crew vom Coboat, dem ersten Coworking Space auf einem Boot, das um die Welt segelt und Platz für 20 ortsunabhängige Arbeiter bietet, die wochenweise zu- und aussteigen können.

Was ist das Coboat und wie sieht es aus?

Das Coboat ist ein 25 Meter langer Katamaran. Nagelneu renoviert. 25 Meter klingt groß und ist es auch: Wenn wir tagsüber Gäste bekommen, haben locker 50 Leute an Deck Platz. Für unsere „Coboater“ gibt es acht Kajüten mit zwei bis drei Einzelbetten. Dazu kommen noch vier Schlafplätze für die Crew.

Zum Arbeiten kann man sich aussuchen, ob man sich in den Salon setzt, an die Bar, einen der Stehtische am Heck oder an einen Gruppentisch. Alles schattig. Will man sich unterhalten, austauschen oder sonnen, gibt es vorn das Trampolin, die riesigen Rümpfe, auf die man sich legen kann – und natürlich das Sonnendeck. Ins Wasser springen kann man von da aus auch prima.

Katamaran von oben

Arbeiten vom Katamaran aus | © Coboat

Wie kommt man auf die Idee, einen Boot-Coworking-Space zu bauen?

Das ist einfach: Man nimmt ein paar Segler, die sich in einem Coworking Space (in diesem Fall dem kohub.org in Koh Lanta) treffen – und lässt sie frei rumspinnen. Dafür sind solche Orte doch gemacht, oder? Ich bin gespannt, was für Ideen bei uns entstehen werden.

Das ist aber auch genau der Punkt: Bei uns sollte man nicht nur in seinen eigenen Projekten hängen, sondern den Austausch suchen. Teilen und einen Beitrag leisten, vielleicht einen Workshop geben und sein Projekt präsentieren. Dazu gibt’s die Inspiration durch die Natur und einen neuen Ausblick jeden Morgen.

Tommy & James, Mitgründer von Coboat

Tommy & James, Mitgründer von Coboat | © Coboat

Wie stellt ihr die stabile Internetleitung sicher?

Das ist nicht unaufwändig. Und ziemlich teuer. Wäre vor zwei Jahren noch nicht möglich gewesen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Mit großen Antennen, wie man sie von Superyachten und Ozeanriesen kennt, die das Signal von Satelliten empfangen. Dazu mischen wir Daten über Mobilfunk, wenn wir uns in der Nähe vom Land befinden.

Ein paar Kompromisse muss man dabei schon machen: Auf die neue Folge von Homeland und Narcos muss man warten bis man wieder an Land ist.

Wie kann ich mitfahren? Brauche ich bestimmte Voraussetzungen (z. B. einen Segelschein?)

Man muss nicht segeln können, nur schwimmen. Wer will, kann sich einbringen und dem Skipper helfen, eine Ruderwache übernehmen und etwas übers Segeln lernen. Oder tauchen lernen. Oder kochen lernen. Muss man aber alles nicht, dafür gibt es ja die Crew.

Viel wichtiger ist es, dass man das Coworking-Prinzip lebt und nicht zum Urlaub machen an Bord kommt. Dazu gibt es einen Fragebogen von uns. Wäre ja zu schade, wenn wir einen Menschen mit Laptop, Flipchart und Post-its bei der Erholung stören – oder umgekehrt.
(Das Boot liegt samstags immer in der Nähe von einem Flughafen. Manchmal muss man noch mit einer Fähre auf eine Insel fahren. Unser Operations Officer hilft aufs Boot zu kommen.)

Schwarz-weiß-Logo von Coboat

Alle Infos zum Mitfahren gibt es auf www.coboat.org| © Coboat

Was macht ihr, wenn ihr mit Passagieren nicht zurecht kommt? Oder wenn Passagiere untereinander sich nicht aushalten? Oder wenn jemand krank wird?

Wir gehen davon aus, dass Coworker immer interessante Menschen sind, mit denen man zurechtkommt. Falls man mal mit dem falschen Fuß aufgestanden ist, ist das Boot glücklicherweise groß genug, dass man sich auch mal aus dem Weg gehen kann, wenn man das braucht. Wir erwarten nicht, dass wir auf unsere „Hausordnung“ zurückgreifen müssen, denn wir sind ja alle aus demselben Grund hier: Ideen zum Fliegen zu bringen.

Mit dieser Einstellung gehen wir auch ran, wenn wir Probleme lösen müssen … übrigens: Auf einem Katamaran wird man deutlich weniger seekrank als auf einem Einrumpfboot. Außerdem gibt’s da Hausmittel.

Habt ihr eine feste Route?

Ja klar, man kann jetzt schon eine Woche in Griechenland, Sardinien, an der Cote d’Azur oder auf den Kanaren für nächstes Jahr buchen. Ebenso Weihnachten auf Barbados oder Silvester in St. Lucia. Es gibt eine Google-Map (bit.ly/cbmap16).

Manche Wochen sind mit mehr segeln verbunden – teilweise mehrere Tage und Nächte – weil wir große Abschnitte überqueren müssen, aber in der Regel beschränkt sich das Segeln auf ein paar Stunden und den Rest des Tages liegt man vor Anker.

Katamaran mit Blick auf eine Insel

Sonne-Meer-Insel-Büro | © Coboat

Ich habe gelesen, dass Coboat ein Non-Profit-Projekt ist, stimmt das?

Unser Projekt soll Menschen, Ideen und Projekte fördern. Daher wollen wir alle Überschüsse in soziale Projekte oder Unternehmen reinvestieren oder spenden. Wir Gründer sehen davon keinen Cent, denn wir wollen einen sinnvollen, nachhaltigen Beitrag für unsere Welt leisten. Das macht viel Spaß und treibt uns jeden Tag an.

Wie erreicht man euch?

Auf der Webseite gibt es eine Menge Infos und auf Facebook,
Instagram, Google+, Twitter und YouTube posten wir regelmäßig Updates. Hier man sich auch für unseren Newsletter anmelden und mir hier direkt schreiben: gerald[at]coboat.org.

Kontaktmöglichkeiten auf einen Blick:

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Twitter: @gocoboat
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