Jan habe ich noch nie getroffen. Aber weil auf der rechten Seite dieses Blogs unter „Läuft bei dir?“ steht, dass man mich anschreiben kann, hat er es einfach mal getan. Fand ich gut. Leider steckte ich dann kopfüber im Texterleben – und habe ihn einfach vergessen. Als ich mich neulich tatsächlich bis ans Ende meines E-Mail-Fachs durchgekämpft hatte, fand ich die E-Mail von Jan wieder. Irks! So kann es manchmal laufen. Schnell eine E-Mail, zack – eine Antwort – und schon habt ihr ein neues Interview zum Lesen. Und wie Jansen & Kowalski damals so schön formulierten: WGIDD!

Und du so?

Ich bin Jan und lebe seit August 2015 in Guadalajara, Mexiko. Ich nutze Mexiko als meine Home Base und möchte von dort aus Latein- und Südamerika entdecken.

Was ist lebegeil.de?

Auf lebegeil findest du geile Erlebnisse. Mein Erlebnistester-Team und ich berichten von Freizeitaktivitäten in Deutschland und auf der ganzen Welt in Text, Bild und Video. Die Erlebnisse reichen von Live Escape Games über Extremsportarten wie Bungee Jumping und Fallschirmspringen bis hin zu außergewöhnlichen Trendsportarten wie Blobbing.

Wie bist du darauf gekommen, einen Erlebnis-Blog zu starten?

Ich bin schon immer gerne an meine Grenzen gegangen und habe bereits mit zehn Jahren mein erstes extremes Video in der Marienkäfer-Achterbahn im Freizeitland Geiselwind gedreht. Vor ein paar Jahren bin ich auf den Digitale-Nomaden-Lifestyle aufmerksam geworden und habe nach einer guten Nische für einen Blog gesucht, mit der sich früher oder später auch Geld verdienen lässt und die mich natürlich auch interessiert. Das Thema Freizeitaktivitäten und Erlebnisse hat da einfach perfekt gepasst.

Wie nimmst du mit dem Blog Geld ein? Reicht es zum Leben?

Wenn ich Erlebnisse empfehle, dann baue ich gelegentlich Affiliate-Links ein. Wenn also jemand über mich einen Bungee-Jump bei mydays bucht, dann bekomme ich dafür eine kleine Provision. Außerdem veröffentliche ich Sponsored Posts von Freizeit- und Erlebnisanbietern. Derzeit reichen meine Einnahmen noch nicht zum Leben, aber es ist ein ganz nettes Extra-Einkommen. Ich arbeite gerade an einem E-Book über Freizeitaktivitäten, die man in Berlin bei Regen machen kann. Dies soll dann mein erstes virtuelles Produkt werden. Weitere E-Books sind ebenfalls geplant.

Mein Einkommen verdiene ich derzeit als Freelancer für Online-Marketing. Ich biete auf www.werbegeil.de meine Dienstleistungen für Social Media, SEO und WordPress-Website-Erstellung, speziell für Freizeit- und Erlebnisanbieter an.

Was hast du vorher gemacht, eigentlich gelernt?

Ich habe Medientechnik und Medien sowie Kommunikation studiert und zunächst zwei Jahre in einer Social-Media-Agentur gearbeitet. Ich habe aber schnell gemerkt, dass „9 to 5“ einfach nichts für mich ist – besonders weil man für die Betreuung von Facebook-Seiten nicht unbedingt in einem Büro im kalten Berlin sitzen müsste. Jetzt sitze ich gerade auf einer kleinen Karibikinsel in Mexiko und verdiene genauso mein Geld – ganz ohne „9 to 5“ im kalten, grauen Berliner Winter.

Hast du je gezweifelt und überlegt, doch wieder „was Richtiges“ zu machen?

Nein! Die Entscheidung nach Mexiko zu gehen, war die beste meines Lebens.

Was war die größte Herausforderung zu Beginn deines Vorhabens?

Besonders Steuern und Versicherungen fand ich zu Beginn extrem nervig und kompliziert. Das E-Book von Sebastian Kühn („Das Handbuch für digitale Nomaden: Selbstbestimmt leben – ortsunabhängig arbeiten“) hat mir aber sehr weitergeholfen.

Außerdem habe ich versucht, einen Gründungszuschuss zu beantragen und musste mich monatelang mit der Agentur für Arbeit rumschlagen. Ich habe den Zuschuss letztendlich nicht bekommen und hatte viel Stress, unangenehme Gespräche und Termine mit der Agentur für Arbeit. Ich habe aber auch schon Erfolgs-Stories von anderen Digitalen Nomaden gehört. Versuchen sollte man es also auf jeden Fall.

Foto von Jan beim Fallschirm-Sprung

Fallschirmsprung | © Jan-Hendrik Stein

Da du ja einen Erlebnis-Blog schreibst: Was war dein krassestes Erlebnis?

In Queenstown, Neuseeland, habe ich einen 135 Meter tiefen Bungee-Jump in eine Schlucht gemacht. Ich konnte die ganze Nacht vorher nicht schlafen. Ja, auch ich als Erlebnistester habe Angst …

Gibt es neue Herausforderungen für die Zukunft – planst du was?

Ich möchte auf jeden Fall mein erstes E-Book veröffentlichen und weiter in Richtung passives Einkommen gehen. Außerdem möchte ich natürlich noch viele neue Erlebnisse testen und an meine Grenzen gehen. Kitesurfen steht auf meiner Liste und ich möchte die höchste Achterbahn der Welt, „Kingda Ka“ im Six Flags Great Adventure fahren.

Was sind deine drei besten Tipps für das Blog-Business aus deiner Erfahrung?

  • Ein guter Workflow mit nützlichen Tools. Ich benutze Evernote für Notizen und Ideen, Asana für meine To-Do-Liste und Sunrise-Calender für die Zeitplanung meines Tages.
  • Um Kooperationspartner zu bekommen habe ich von Anfang an viele Erlebnisanbieter angeschrieben und einfach gefragt, ob ich ihre Erlebnisse umsonst testen kann. Das hat meist geklappt. Später sind die Unternehmen dann sogar von selber auf mich zugekommen.
  • Beziehungen zu anderen Bloggern aus der gleichen Nische sind sehr wichtig und gehören in jede Blog-Strategie. Also einfach anschreiben, austauschen und gemeinsam coole Dinge machen.

Kontakt zu Jan

Webseite: www.lebegeil.de und www.werbegeil.de
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Xing: Jan-Hendrik Stein