Vor ungefähr einem Jahr habe ich mal einen Talk von Jannis gesehen, wo er darüber berichtete, wie er sein erstes E-Book veröffentlicht hat. Damals dachte ich schon: Der ist 19 Jahre alt und macht’s allen vor. Krasser Typ.
Und jetzt, 2016, gibt es ein zweites E-Book und einen Film, der bald in die Kinos kommt. Ich habe selbstverständlich schon eine Karte für Berlin. Und für euch ein Interview mit Jannis:

Und du so?

Hey, ich bin Jannis von Jannis’ Life. Seit ein paar Tagen bin ich 20 Jahre alt, womit ich seit ziemlich genau zwei Jahren selbstständig bin. Ich bin leidenschaftlicher Abenteurer und liebe es, neue Leute kennenzulernen, bin aber auch gerne und viel in der Natur unterwegs.

Du hast nach dem Abi erst gar nicht angefangen zu arbeiten, richtig? Was hast du gemacht bisher?

Nein, einen festen Arbeitgeber hatte ich bisher nicht, ich bin allerdings seit zwei Jahren selbstständig. Im Sommer 2014 habe ich meinen Blog gestartet, der eine fantastische Leserschaft hat, die mich super bei allen Projekten unterstützt. Letztes Jahr habe ich mein erstes E-Book Sud veröffentlicht, dass gleich in den ersten drei Tagen auf Platz 11 der Amazon Bestseller landete. Das hat mich zu einem weiteren E-Book Trampen, Wandern, Couchsurfing motiviert.

Nachdem ich dann das Abi in der Tasche hatte, konnte ich es kaum erwarten, endlich ohne den Zeitdruck vom näherrückenden Ferienende im Nacken loszutrampen. Das habe ich dann am Tag nach dem Abiball auch getan. Rund 4000 Kilometer ging es zusammen mit meinem Kumpel durch sieben Länder nach Norwegen ans Nordkap. Alles per Anhalter.

Darüber habe ich die Doku Hyperborea – Per Anhalter zum Nordkap produziert, mit der ich jetzt auf Kinotour gehe.

Du hast zwei Bücher und einen Film rausgebracht: Woher kannst du das alles bzw. weißt, wie sowas funktioniert?

Ich hatte keinerlei Vorwissen, weshalb bei allen meinen Projekten die größte Arbeit das Zusammensuchen von Informationen via Google war. Zum Glück macht es mir super viel Spaß, Neues zu lernen, weshalb ich es nicht wirklich als Arbeit empfunden habe.

Wie bist du darauf gekommen, an den nördlichsten Punkt Europas zu trampen? Die meisten, so würde ich denken, würden in den Süden losziehen …

Als kleines Kind habe ich mir meinen Eltern einen sechswöchigen Roadtrip durch Norwegen gemacht. Seitdem schlägt mein Herz für die Wälder und Berge Skandinaviens. Mir war immer klar, dass ich, sobald ich die Zeit habe, nochmal auf eigene Faust Richtung Norden reise. Und da mir das Trampen so viel Spaß gemacht hat, wollte ich so weit Richtung Norden reisen, wie möglich.

Jannis und sein Kumpel unterwegs

Unterwegs im Norden, Jannis Riebschläger links im Bild | © Jannis Riebschläger

Was heißt „Hyperborea“?

Hyperborea, so haben die alten Griechen das Land im Norden genannt. Da sie jedoch nie so weit im Norden waren, hatten sie keine genaue Vorstellung von dem Ort, weshalb sich zahlreiche Sagen und Mythen um Hyperborea ranken. Auch ich war noch nie zuvor so weit im Norden. Mit Erzählungen wollte ich mich jedoch nicht zufriedengeben, sondern wollte den Ort mit eigenen Augen sehen.

Hattest du ein Erlebnis auf dieser Reise, dass du niemals vergessen wirst?

Da gab es so einiges auf der Tour! Neben dem unglaublichen letzten Tag am Nordkap, erzähle ich am häufigsten die Story aus Litauen: Die sehr humorvolle Cityguidin in Litauens Hauptstadt Vilnius, hat uns aus Spaß erzählt, man könne von dort theoretisch bis ans Baltische Meer runter paddeln, da der kleine Bach in einen größeren Fluss mündet, der in einen noch größeren Fluss mündet und so weiter.

Gleich am nächsten Tag haben mein Kumpel und ich uns Schlauchboote zugelegt und haben genau diese Reise angetreten. Bis ans Baltische Meer sind es jedoch einige hundert Kilometer. Der Proviant ist uns schnell ausgegangen und Litauen ist nicht sehr dicht besiedelt, mit nur etwa etwa 1/4 der Bevölkerungsdichte von Deutschland (Quelle) war es schwierig Nachschub zu besorgen. Zum Glück kenne ich mich etwas mit dem Sammeln von Nahrung aus der Natur aus. Das dachte ich zumindest. Ich habe mir eine schwere Vergiftung zugezogen, mein Kumpel musste sogar ins Krankenhaus. Wir wollten die Reise abbrechen. Kaum waren wir jedoch wieder auf den Beinen, hat erneut die Abenteuerlust gesiegt.

Die Sache, die mich brennend interessiert: Wie hast du das denn hinbekommen, dass dein Film in den Kinos läuft?

Ehrlich gesagt, hatte ich wirklich keinen blassen Schimmer von Filmproduktion und Ähnlichem, auch wenn mich das Thema schon lange fasziniert. Ich dachte mir einfach: Wer nichts wagt, der nichts gewinnt, und habe ein paar Kinos angeschrieben. Ich habe ihnen meinen Film geschickt und sie waren total begeistert! Natürlich hatte ich bei dem ganzen Projekt auch viele Rückschläge und einige Hindernisse zu überwinden, vieles stellt man sich aber auch wirklich komplizierter vor, als es im Endeffekt ist.

Bist du nervös vor der Kinotour, die bald startet? Wo kann man den Film schauen?

So langsam werde ich tatsächlich ganz schön nervös. Ich habe in den letzen Monaten so viel Zeit und Herzblut in das ganze Hyperborea-Projekt gesteckt. Beim Filmen habe ich die Kamera hunderte, wenn nicht sogar tausende Male aufgestellt, um dann an ihr vorbeizulaufen, zurückzulaufen und die Kamera zu holen. Bei der Produktion habe ich tagelang an einzelnen Szenen gebastelt, bis sie so waren, wie ich es mir vorgestellt habe.

Und auch jetzt noch ist super viel zu tun, mit der Organisation der Tour. Da kommen immer wieder Gedanken auf wie „Was, wenn kein Schwein kommt und die ganze Arbeit umsonst war“? Dann beruhige ich mich aber auch immer wieder selbst: Die ausverkaufte Premiere im Oktober war ein voller Erfolg, Presse und Fernsehen haben durchweg positiv über den Film berichtet, warum sollte die Tour nicht genau so ein Erfolg werden?

Zu sehen sein wird der Film in rund 40 Kinos quer durch Deutschland, alle Veranstaltungsorte unter www.hyperborea-film.com. Dort kann man auch gleich die Tickets kaufen.

Einblick in die Produktion | Beitrag „Volle Kanne“, ZDF

Du bist auch jetzt gerade wieder unterwegs – wo genau?

Grade tatsächlich nur innerhalb Deutschlands. Direkt nach der Filmpremiere bin ich nach Nepal aufgebrochen, wo ich eine wirklich unglaubliche Zeit verbracht habe. Von dort ging es im Januar weiter nach Marokko. Ich bin allerdings schon wieder ein paar Tage in Deutschland. Die letzte Woche in Marokko habe ich in einem kleinen Surferdörfchen ohne Internet verbracht, weshalb ich erst jetzt dazu komme, dir zu antworten.

Wie nimmst du Geld ein? Reicht es zum Leben?

Ich schreibe Texte und Blogbeiträge für Reiseanbieter, hin und wieder veröffentliche ich gesponserte Beiträge auf meinem Blog und ich vertreibe meine E-Books auf Amazon und über meinen Blog. Mit Haus, Frau und Kindern wäre es zu wenig, aber für meine Art zu leben reicht das Geld. Ich habe alles, was ich brauche.

Da ich mit dem Bloggen schon während der Schulzeit angefangen habe, konnte ich auch etwas Geld zurücklegen, wovon ich jetzt die Kinotour finanziere. Ich hoffe natürlich, dass ich über die Kinotour gut etwas reinbekomme, um mit dem Produzieren von Filmen weitermachen zu können. Ich hatte bei meinem Hyperborea-Projekt echt super viel Spaß!

Haben deine Eltern mal Bedenken geäußert à la: „Mach erst mal was Vernünftiges?”

„Mal“ wäre untertrieben. Als ich angefangen habe, hatten wir die Diskussion täglich. Das kann ich aber auch voll verstehen, denn meine Eltern konnten nicht einordnen, wie ernst ich es meine. Seit sie jedoch sehen, dass ich mich voll hinter meine Projekte klemme und damit auch Erfolg habe, stehen sie voll und ganz hinter mir.

Was bedeutet „arbeiten“ für dich?

Schwer zu sagen. Bei mir verschwimmen die Grenzen zwischen Privat und Arbeit. Grade deshalb ist es mir sehr wichtig, die Balance zwischen Arbeiten und Leben nicht zu verlieren. Das ist zur Zeit meine größte Hürde. Meine Projekte sollen mir meine weiteren Reisen finanzieren. Wenn ich aber am Ende in Gedanken nur bei meinem Postfach und meiner To-Do-Liste bin, kann ich auch das Reisen nicht mehr genießen.

Sonnenuntergang

Hyperborea | © Jannis Riebschläger

Was sind deine nächsten Vorhaben?

In Marokko wollte ich eigentlich ein Buch über meine spannende Zeit in den Slums von Nepal schreiben, habe mich dann aber doch entschlossen, mich erstmal auf die Kinotour zu konzentrieren. Das Buch werde ich aber definitiv noch schreiben, sobald ich Luft habe!

Und ich habe noch ein extrem spannendes Projekt in eine ganz andere Richtung in der Pipeline. Das ist aber noch geheim. ;)

Hast du ein paar Tipps, die du anderen aus deinen Erfahrungen mit auf den Weg geben willst?

Such dir ein Projekt, das dich begeistert und klemm dich dann voll dahinter. Es gibt viele halbherzige Projekte, seien es Blogs, E-Books oder Onlinekurse, die veröffentlicht und dann nicht weiter promotet werden. Das ist schade, denn so gehen sie einfach im täglichen Content-Meer unter. Ein voll durchgezogenes Projekt hat meistens ein Vielfaches der Reichweite von mehreren halbherzigen Projekten.

Wenn das Projekt, das dich begeistert zunächst unmöglich scheint, weil es noch niemand versucht hat, versuch es trotzdem! Bei allem, was es an Projekten und Unternehmen gibt, gab es jemanden, der es zuerst gemacht hat.

Kontakt zu Jannis

Jannis‘ Hauptkanäle sind Facebook und sein Newsletter (Anmeldung über seinen Blog)
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Noch mal Facebook: Hyperborea – Per Anhalter zum Nordkap

Mehr zum Film unter: www.hyperborea-film.com

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