Genau wie Joe von My Traveling Piano und Jörn Hendrik vom Superhelden-Training lief mir Supi im Betahaus Berlin bei der DNX-Konferenz für „Digitale Nomaden“ über den Weg. Wir unterhielten uns über unsere Art zu arbeiten – und das tat sie dann noch mal für euch in diesem Interview:

Und du so?

Ich bin Supi – Supi kommt von Suparni und bedeutet auf Sanskrit „Die mit den schönen Flügeln“ bzw. „gut beflügelt“ – und nenne mich selbst Lebenskünstler oder Lifesytle-Designer und bin ein digitaler Nomade.

Ich habe nicht „DEN BERUF“, sondern arbeite an verschiedenen Projekten – überwiegend online – um frei und unabhängig zu sein und von dort aus zu arbeiten, wo ich möchte.

Erzähl von deinen Projekten. Was machst du alles?

Ich arbeite als Online-Marketing-Manager überwiegend für Kunden aus Europa.
Nebenbei habe ich ein Onlineportal für Yoga-Reisen, bei dem ich Yoga-Reisen weltweit anbiete. Einige davon organisiere und halte ich auch selbst.

Des Weiteren habe ich meine Leidenschaft zum veganen essen, kochen und vor allem der Food-Fotografie entdeckt. Letztes Jahr habe ich mein erstes Kochbuch „Vegane Weihnachten. Die besten Rezepte zur Weihnachtszeit“ zusammen mit zwei Freunden veröffentlicht.
Aktuell versuche ich mein zweites Kochbuch „Vegan um die Welt“ fertigzustellen.

Außerdem bin ich gerade in der Launch-Phase eines Food-Portals mit gleichem Thema: LOVEFOOD KITCHEN – Vegan around the world

Wie setzen sich deine Einnahmen über die verschiedenen Projekte zusammen?

Mein Geld verdiene ich überwiegend mit dem Online-Marketing. Ich habe in der Regel drei bis fünf feste Kunden, für die ich vor allem im Social-Media-Bereich arbeite. Über diese Arbeit kommt regelmäßig Geld rein und dank Internet kann ich auch von überall arbeiten.

Ich bekomme Vermittlungsprovisionen, wenn Reisen über mein Onlineportal für Yoga-Reisen gebucht werden. Ab und zu gebe ich Yogastunden, wenn ich irgendwo bin. Außerdem unterrichte ich auch selbst ein bis zwei Yoga-Retreats pro Jahr.

Mit den Kochbüchern und als Food-Fotograf habe ich bisher nur wenig Geld verdient. Aber das könnte zukünftig noch mehr werden.

Supi arbeitet am Strand

Was hast du vorher gemacht – und wann kam der Punkt, an dem alles anders werden sollte?

Vorher habe ich Eventmanagement und Marketing gelernt und das Glück gehabt, schon mit 23 Jahren einen guten Job als Projektmanager in einer Agentur zu bekommen. Jedoch wuchsen die Projekte bei dem Kunden in kurzer Zeit extrem schnell. Uns wurden die Projekte nur so um die Ohren gehauen, so dass ich innerhalb von zwei Jahren von keinem auf 12 Mitarbeitern plus Freelancerbetreuung kam. Am Ende hatte ich fast immer eine 80-Stunden-Woche. Eine Änderung war nicht in Sicht.

Zwei Jahre habe ich das also durchgehalten. Obwohl mir der Job immer Spaß gemacht hat, war ich irgendwann einfach nur noch ausgebrannt. Das haben meine Chefs auch mitbekommen und mir eine andere Stelle in der Agentur gegeben, wo ich nicht mehr so viel Arbeit hatte. Trotzdem hatte ich totale Konzentrationsstörungen und wenig von den Fähigkeiten und Skills übrig, die mich vorher ausgemacht hatten.

Zu dem Zeitpunkt wusste ich, das ich etwas brauche, was mich runterbringt. Ich fing an mit Yoga und Autogenem Training. Ich habe gleich gemerkt wie gut es mir tat. Und wie wenig ich davor so wirklich was für mich selbst gemacht hatte. Ich war gefühlt nur noch eine Arbeitsmaschine gewesen.

Mir wurde klar, dass es viel wichtigere Dinge im Leben gibt als beruflichen Erfolg. Damit startete dann meine persönliche Reise auf der Suche nach dem, was mich glücklich macht.

Welche Rolle hat Yoga bei deinen Entscheidungen gespielt?

Yoga hat mir im ganzen Prozess sehr geholfen. Ich kann es nur jedem empfehlen. Weil man sich mit sich selbst beschäftigt und Körper, Geist und Seele in Einklang bringt. Das stärkt das Bewusstsein, z. B. für die Dinge, die man wirklich will im Leben.

Bei mir war es so. Mir wurde bewusst: Ich will nicht mehr in geschlossenen Räumen arbeiten, ganztägig in irgendwelchen Meetings sitzen, ich wollte in der Sonne arbeiten, wenn ich gerade möchte und mir meine Arbeitszeit selbst einteilen. Vor allem wollte ich mehr reisen. Dank Yoga kam das für mich fast wie von selbst. Man muss einfach bei sich selbst sein.

Was würdest du Leuten raten, die sich selbständig machen wollen, aber von der Unsicherheit zurückgehalten werden, dass es nicht klappen könnte?

Einfach wagen. Vielleicht nicht gleich zu 100 Prozent. Am besten den Hauptjob auf 50 – 70 Prozent runterfahren und dann die freie Zeit für die Selbstständigkeit nutzen. Erstmal die nötigen Skills lernen oder die Zeit gleich ins Unternehmen bzw. Produkt investieren.
Unser Leben ist begrenzt – eine zweite Chance haben wir vielleicht nicht noch mal.

Was hat auf deinem Weg so überhaupt nicht geklappt und ist ordentlich in die Hose gegangen?

Ich habe eine Firma gegründet, um elektronische eTukTuks im Kölner Raum zu vermarkten. Eigentlich in Kooperation mit zwei Kollegen in Berlin. Das ist wegen Unstimmigkeiten in der Zusammenarbeit gescheitert.

Dann habe ich es alleine aufgebaut, aber irgendwie lagen bei dem Projekt viele Steine im Weg. Zugleich ist mir klar geworden, dass ich gar kein lokales Business aufbauen möchte, sondern lieber eins meiner anderen Projekte wie „Spirit Adventures“ weiterverfolgen will. Also habe ich das eTukTuk-Business mit Verlust verkauft.

Aber das war mit zu dem Zeitpunkt egal. Ich wollte nicht mehr länger ein Leben leben, das ich nicht wollte. Sondern das, was ich wollte. Und das dreht sich noch immer ums Reisen: als digitaler Nomade durch die Welt ziehen, in der Sonne, an warmen Orten und vor allem am Meer leben.

Was kommt bei dir noch?

Beruflich arbeite ich weiter an dem Ausbau von Spirit Adventures, dem Launch von Lovefood Kitchen und plane ein Retreat mit einem Life-Coach aus New York diesen November in Costa Rica.
Ab Januar gehts dann nach Indien zum Indian Yoga Festival und anschließend ins Bhakti Camp wo ich involviert bin. Danach Indien … Bali … ich habe viele Pläne. Ich versuche aber möglichst maximal einen Monat im Voraus zu buchen, um mir nicht spontane Chancen entgehen zu lassen.
Ich war immer ein guter Planer und Organisator. Jetzt gerade heißt mein Motto: „Live here and now and go with the flow.“

Kontakt zu Supi:

Webseiten: www.spirit-adventures.netwww.lovefood.kitchenwww.supi.life
Facebook: Supi LoveLife