In der Welt der digitalen Nomaden ist Sebastian Canaves eine feste Größe. Ich selbst habe schon einen Vortrag von ihm gelauscht und folge seinem Blog. Da er sich auf der ganzen Welt herumtreibt, wollte ich nicht warten, bis ich ihm das nächste Mal persönlich über den Weg laufe – und habe ihn einfach per E-Mail von der Seite angequatscht. Das Ergebnis: Ein schönes neues Interview von einem, der weiß, was Abenteuer sind. :)
Viel Spaß beim Lesen!

Und du so?

Ich bin Sebastian, 26, und seit meinem ersten längeren Trip alleine nach Australien absoluter Reisejunkie. Ich habe schon in über zehn Ländern gelebt, knapp 100 bereist, und berichte auf meinem Blog Off The Path über all meine Abenteuer, die ich unterwegs so erlebe!

Was ist „Off The Path“ und was ist der Unterschied zu anderen Reiseblogs?

Off The Path ist der führende Abenteuer-Reisblog Europas und berichtet sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Der Unterschied zu anderen Blogs ist zum einen, dass es auf Off The Path Tipps für besondere Ecken und Erlebnisse abseits der Touristenpfade gibt, und zum anderen, dass es explizit um abenteuerliche Erfahrungen geht – all das so verpackt, als ob dein bester Kumpel dir gerade von seinen letzten Abenteuern erzählen würde.

Zudem bin ich der einzige Blogger, der auch täglich auf YouTube Videos von meinen Reisen hochlädt – ich bin also nicht nur Blogger, sondern auch Vlogger und bald sogar Podcaster!

Sebastian mit Sonnenbrille in der Hand und einem Quokka

Quokka & Sebastain | © Sebastian Canaves

Zusammen mit Conni Biesalski betreibst du außerdem das Blog Camp – was und für wen ist das?

Das Blog Camp ist für jeden, der einen professionellen Blog führen möchte. Der Kurs gibt Tipps zum Aufbau und zur Vermarktung eines Blogs. Voraussetzungen gibt es keine, man muss das Gelernte aber natürlich selbst umsetzten!

Was war dein 9-to-5?

Ich habe mein Studium (International Business Management) zwar angefangen, dieses aber nie abgeschlossen, da ich mich in der Zwischenzeit selbstständig gemacht habe. Ich hatte immer wieder ein paar Jobs, war unter anderem fürs Marketing in einer Firma in Australien zuständig, oder habe in einer Marketing und PR-Agentur in Bangkok gearbeitet. Mein Interesse galt also schon immer dem Marketing, besonders dem Online Marketing.

Ich war allerdings schon immer irgendwie ein Macher, und habe mit 14 Jahren zum Beispiel ein Internet-Radio gegründet und damit mein erstes eigenes Geld verdient. Im Studium gründete ich eine Studentenvereinigung und einen Service, der neuen Studenten bei der Wohnungssuche und anderen bürokratischen Dingen hilft, und habe so ebenfalls Geld verdient.

Mit dem Bloggen habe ich auch im Studium angefangen, schrieb zunächst nur für Freunde und Familie, bis mir in den Sinn kam, dies professionell und als Job zu tun.

Arbeitest du jetzt mehr oder weniger als vorher?

Ich habe schon immer viel gearbeitet und würde nicht sagen, dass ich nun mehr oder weniger arbeite. Ich würde eher sagen, dass ich gar nicht mehr arbeite, denn das was ich tue, macht mir Spaß und fühlt sich nicht wie Arbeit an. Ich sitze allerdings bis zu 90 Stunden die Woche an meinen Projekten und Ideen und „arbeite“ entsprechend deutlich mehr als die meisten Menschen!

Du hast einen TEDx-Vortrag gehalten. Wie war’s auf der Bühne?

Auf der Bühne zu stehen und andere Menschen inspirieren zu können ist unglaublich cool! Ich habe den Talk an meiner damaligen Uni in Bulgarien gehalten, an der ich zwei Jahre zuvor ein Austausch-Semester absolviert hatte. Durch diesen Kontakt kam der Talk zustande. Thema des Vortrages war „Follow your dreams“ und ich wollte die Zuhörer mit meiner eigenen Geschichte motivieren, ihre Träume zu verfolgen und nicht aufzugeben. Denn wenn man etwas wirklich will und auch dafür arbeitet, schafft man es auch!

Ich war damals aber so nervös, dass ich ein komplettes Black Out hatte. Ich fragte danach meinen Freund, wie ich war, denn ich konnte mich an überhaupt nichts erinnern. Ich musste dann drei weitere Monate warten, bis der Talk auf YouTube hochgeladen wurde, um ihn mir anzusehen. Mittlerweile haben ihn über 67.000 Menschen gesehen – das ist ein krasses Gefühl!

Du bist ein Abenteuerreisender, der viel ausprobiert – was gehört in deine „Das-war-krass“-Bestenliste?

Eines meiner krassesten Erlebnisse war definitiv meine Reise nach Neuseeland dieses Jahr, hier hat wirklich jeden Tag ein neues Abenteuer auf mich gewartet. Ein Highlight war zum Beispiel der Sprung aus dem Flugzeug über Queenstown und den Remarkables aus 15.000 Fuß Höhe! Zudem waren wir einen Morgen mit wilden Delfinen schwimmen, die so neugierig waren und richtig mit uns interagiert haben – ein unbeschreibliches Erlebnis!

Sebastian beim Tandem-Fallschirmsprung

„Stay wild“-Fallschirmsprung | © Sebastian Canaves

Hast du ein paar Unbedingt-Ratschläge für angehende Abenteurer?

Alles kann ein Abenteuer sein, und es muss auch nicht immer gleich etwas Extremes sein. Für mich sind es Momente, in denen ich so richtig zum Leben erwache, in denen ich das Adrenalin in mir spüre, die mich herausfordern und mich so richtig glücklich machen.

Du musst einfach herausfinden, was dich glücklich macht: Sei es, dich deiner Angst zu stellen und von einer Brücke zu springen, sei es eine Wanderung in purer Einsamkeit und atemberaubender Landschaft oder auch ein ganz besonderes Erlebnis. wie neben Orcas zu kajaken.

Meistens musst du dabei eher auf dein Herz hören als auf dein Kopf, ohne natürlich leichtsinnig zu werden.

Du hast gerade ein Buch geschrieben!

Ja! In meinem Buch „Off The Path – eine Reiseanleitung zum Glücklichsein“ habe ich alle meine besten Tipps gesammelt und zeige, wie toll und auch einfach es sein kann, individuell und mit Backpack die Welt zu erkunden.

Ich möchte meine Leser dazu inspirieren, ihr gemütliches Sofa zuhause zu verlassen und jeden Tag das eigene Abenteuer zu suchen – und natürlich auch zu erleben. Du kannst das Buch bei jeder größeren Buchhandlung, aber auch online (zum Beispiel bei Amazon) kaufen.

Sebastian arbeitet am Tisch mit Aussicht auf ein Feld

Arbeiten von unterwegs | © Sebastian Canaves

Was sagst du zu jemandem, der sein eigenes Ding machen will, aber Angst hat, dass es schief geht?

Mach es! Wenn du es gar nicht erst versuchst, hast du bereits verloren. Und wenn du es wenigstens versuchst, kannst du später mit reinem Gewissen auf dein Leben zurückblicken.

Wenn du etwas wirklich willst, wirklich leidenschaftlich an die Sache rangehst, wirst du auch Erfolg haben!

Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Eigentlich mag ich Pläne nicht wirklich, und habe auch keine konkreten. Die nächsten paar Monate leben meine Freundin Line und ich hier in Südafrika, nächstes Jahr geht es kurz nach Amerika und später dann nach Neuseeland und wahrscheinlich Australien.

Danach ist noch alles offen, und genau das liebe ich auch an meinem Leben! Noch sind wir auf der Suche nach dem richtigen Ort für uns, der Ort, an dem wir uns vorstellen können, länger zu bleiben. Kapstadt kommt da ehrlich gesagt schon sehr nah dran – wir werden sehen!

KONTAKT ZU SEBASTIAN:

Blog: Off the Path
Facebook: Off the Path
Instagram: offthepath
Youtube: Sebastian Canaves

Übrigens: Auch Sebastians Freundin Line ist im Netz unterwegs. Sie betreibt mit Kultreiter einen der größten Reitblogs Deutschlands. Also Pferdefreunde – und solche die es werden wollen – schaut mal vorbei!