Genau wie Joe von My traveling Piano traf ich Jörn Hendrik auf der DNX-Konferenz für „Digitale Nomaden“. Ich war so begeistert von seinem Superhelden-Training (ich bin übrigens ein Maker-Superheld), dass ich im Anschluss zu ihm ging und mich als seine neue Texterin vorstellte. Gesagt, getan – mittlerweile arbeiten wir zusammen an Projekten und er gab mir dieses Interview. Was das mit den Superhelden auf sich hat? Vorhang auf:

Und du so?

Ich bin Jörn Hendrik, 35 Jahre, aus Berlin. Superkräfte: Ideenvulkan, Stimme, Multiprojekte-Jongleur. Ich bin Superhelden-Trainer und entwickle den Arbeitsplatz der Zukunft.

Erkläre mal genauer – was trainiere ich, wenn ich ein Superhelden-Training mitmache?

Mit meiner mir liebsten Coworkerin Inken habe ich Ende 2013 das Projekt superheldentraining.de ins Leben gerufen. Wir helfen „Superheldenanwärtern“ das zu finden, was sie wirklich wirklich tun wollen. Dahinter steckt ein ausgefeiltes Karriereorientierungsprogramm mit einer Typologie, bestehend aus 40 Fragen, 16 Karrieresuperhelden und einem ausführlichen Workshop-Format.

Dabei geht es einerseits darum, dir als Teilnehmer Mut zu machen und dir Gewissheit zu geben, welche Fähigkeiten du hast und wie du diese einsetzen kannst – und andererseits um den Selbstausdruck, der deine Karrierewünsche in die Realität bringt. Wir glauben, das in Zukunft Berufe ganz anders ausgeübt werden, nämlich mit einem Lächeln im Gesicht.

Jörn Hendrik Ast und Inken Arntzen

Jörn Hendrik Ast und Inken Arntzen von superheldentraining.de

Warum bist du auf diesem Gebiet ein Experte?

Ich habe jahrelang bei einem Personaldienstleister gearbeitet und dabei tausende von Lebensläufen gesehen und gefühlt ebenso viele von Freunden optimiert. Immer wieder habe ich mich auf einen Kaffee verabredet und Karrieretipps gegeben. Später, als ich dann als Berater für Social Recruiting für Personalabteilungen unterwegs war, habe ich die Veränderungen in den Ansprüchen auf Bewerber- und Unternehmensseite gesehen.

Dabei wurde mir vor allem klar, dass die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen, die durch die Digitalisierung auf uns zu rollen, wesentlich größer sind, als wir uns heute vorstellen. Ich glaube zwar nicht wirklich, dass wir final von Computern abgelöst werden, aber die Anforderungen an Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität und interkulturellen Fähigkeiten sind enorm hoch.

Ich glaube das unser aktueller Begriff von Karriere hinfällig ist. Statt zwei oder drei Fähigkeiten werden wir meiner Meinung nach ständig unsere Tätigkeiten wechseln. Ich meine, wir werden den Umgang mit einer „fluiden Karriere“ erlernen müssen – das ist die Kerntheorie hinter dem Superhelden-Training.

Muss jetzt jeder Superheld werden? Vielleicht bin ich ja keiner – und einfach ganz froh in meinem Angestelltenverhältnis.

Ja, ganz genau. Mit Superhelden meinen wir alle, die sich aktiv für das entscheiden, was sie wirklich tun wollen. Das heißt, dass es auch alle Tätigkeitsbereiche betrifft. Egal ob freiberuflich, festangestellt, als Führungskraft oder in Teilzeit – überall sind Karrieresuperhelden zu finden. Wir wollen nicht nur Startupgründer und Abteilungsleiterinnen vorne anstellen. Es geht um das Entdecken und Entwickeln des eigenen Karrierewerkzeugkastens.

In unserem letzten Workshop hatten wir eine Teilnehmerin, die sich nicht sicher war, ob sie das im Raum stehende Angebot einer Beförderung annehmen oder sich selbständig machen soll. Sie entschied sich für ihren Arbeitgeber, eine vermeintliche Erhöhung der Freiheit interessierte sie nicht – es ging ihr darum, ihre Fähigkeiten dort wo sie war zu verbessern. Eine echte „Maker-Superheldin“ halt.

Warum wissen die Leute von heute nicht über Ihre eigenen Karriere-Superkräfte Bescheid?

Nun darauf könnte ich auch antworten: „Wieso? Es gibt doch viele Menschen, die das sehr gut wissen und die aktiv und glücklich das berufliche Leben leben, das sie immer haben wollten!”

Nur leider gilt diese Aussage für wenige Menschen hierzulande, viel zu wenige. Denn Arbeit sollte nichts sein, was man aushalten muss und auf den Feierabend wartet. Es sollte einen nicht unglücklich und frustrierter machen, sondern es sollte eher ein vitalisierendes, gutes Gefühl vermitteln. Das Gefühl gebraucht zu werden, richtig dort zu sein, wo man tätig ist. Nichts ist motivierender als die Bestätigung der Fähigkeiten der eigenen Person. Es geht um die Entwicklung eines stabilen Selbstwirksamkeitsgefühls.

Und das ist erst der Anfang. Denn erst wenn Selbstwirksamkeit und eigene Karriere-Superkräfte bekannt sind, kann man so richtig befreit von innerem und äußerem Kryptonit anfangen, die Welt zu retten. Aber diesen Idealzustand erreicht man eben nur durch ein ordentliches Stück Arbeit. Es reicht nicht einfach nur zu studieren oder eine Ausbildung zu machen – wenn man überhaupt eine Chance dazu bekommt.

Mehr als um Zertifikate und Diploma geht es um den Umgang mit Unternehmenshierarchien, Kunden und die aktuelle Auftragslage, kurzum: Es ist kompliziert. Und das Schlimmste ist, es gibt eigentlich keine Instanz, die einem das beibringt. Die Schule, die Uni oder Ausbilder können doch nur einen kleinen Teil dieser Aufgaben übernehmen.

Und frag mich bloß nicht nach dem Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit! Diese Institution ist gut gemeint, aber sie lehrt Berufsanfänger nicht wirklich, ein Selbstwirksamkeitsgefühl zu entwickeln. Die eigenen Karriere-Superkräfte zu finden, zu entwickeln und auszubauen, ist ein Großprojekt. Und wir möchten einen wichtigen Beitrag dafür leisten.

Warum habt ihr das Superhelden-Motiv gewählt?

Wir wollen Mut machen, es soll Spaß machen und wir wollen von Anfang an klarstellen, dass wir für keine unumstößliche Wahrheit stehen. Die Überzeichnung mit dem motivierenden Bild der Superhelden kommt gut an und erlaubt einen Blick in eine Welt frei von Problemen und einer strahlenden Zukunft, in der man in voller Kraft steht.

Es ist eine tolle Ausgangsposition, sich auf die Reise zu den inneren Superkräften zu machen. Und außerdem liebe ich Superheldenfilme und gute Geschichten. Und falls es jemand wissen will, ich liebe Wolverine, Hulk und die Avengers, kann aber auch Batman viel abgewinnen und meine Lieblingssuperheldin ist in jedem Fall Jeanne Grey. So. :)

Alle vier Superhelden des Superheldentrainings

© superheldentraining.de

Wie mache ich beim Superheldentraining mit? Melde ich mich direkt für einen Workshop?

Unser Superhelden-Test ist online für jeden verfügbar. Nach dem Bewerten von 40 Aussagen bekommst du dein Ergebnis ebenfalls online zugeschickt. In unseren Workshops gibt es dann eine komplette Einführung in die Typologie und wir führen dich durch drei Tage intensiver Karrieresuperkraftfindung.

Was kommt beim Superhelden-Projekt noch?

Wir sind gerade mitten im Prozess der Veröffentlichung unseres Buches. Dann wollen wir auch unseren Online-Test weiterentwickeln, so dass es z.B. leichter ist, den Test mobil zu machen. Und wir brauchen unbedingt noch weitere wunderbare Illustrationen von allen 16 Helden – Männer- und Frauen-Superhelden natürlich. Dafür soll es eine Crowdfunding-Kampagne geben, um uns bei der Finanzierung zu helfen. Um auf dem Laufenden zu bleiben: Am besten unseren Newsletter abonnieren!

Wie erreicht man dich?

Webseite: superheldentraining.de
Facebook: Jörn Hendrik Ast
Twitter: @Jormason
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