Diesen Sommer war ich auf einem Festival – dem „A Summer’s Tale“. Dort gab es neben Musik und Lesungen auch einige Vorträge. Einen davon hielten Anna und Jana. Ein schöner Sommertag, den Kaffee in der Hand und sitzend auf einer Wiese hörte ich zu, was die beiden erzählten. Ihre Idee von Arbeitsteilung. Aus der Idee wurde ein Unternehmen. Wie das heißt und worum es dabei geht, hat Jana mir in einem Interview verraten.

Und ihr so?

Wir sind Anna und Jana, die Gründerinnen der Jobsharing-Plattform Tandemploy.

Was genau bedeutet Jobsharing, wie funktioniert das?

Jobsharing bedeutet, dass sich (klassischerweise) zwei Menschen einen Job teilen. Dieser Job kann auch mehr als eine 100 % Stelle sein. Entscheidend ist vielmehr die Art der Zusammenarbeit: Jobsharer haben ein gemeinsames Ziel, eine geteilte Verantwortung und organisieren sich untereinander sehr selbstständig. Dadurch können sie im Team Aufgaben wahrnehmen, die sonst nur schwer teilzeittauglich wären, z. B. Management-Aufgaben.

Damit Jobsharing kein Zufallsprodukt mehr bleibt sondern von Menschen und Unternehmen viel mehr genutzt werden kann, haben wir Tandemploy ins Leben gerufen. Wir bringen Arbeitnehmer mit ihrem perfekten Tandempartner zusammen und zeigen Firmen, die Jobsharing bereits machen oder zumindest gut finden.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen? Wie habt ihr angefangen?

Die Idee entstand in unserem letzten Job in der Personalberatung. Wir waren Kolleginnen und ich (Jana) bekam eines Tages eine Tandembewerbung – zwei Menschen bewarben sich gemeinsam auf einen Job, den ich ausgeschrieben hatte. Davon war ich so begeistert, dass ich sofort Anna davon erzählte. Das Konzept ließ uns nicht mehr los, wir starteten Recherchen und Umfragen … und begannen etwa acht Wochen später mit dem Aufbau von Tandemploy. Denn Jobsharing war zwar auf Seiten von Arbeitnehmern und Unternehmen beliebt – aber noch sehr in den Kinderschuhen, was die Umsetzung anging.

Ging irgendwas schief auf eurem Weg?

Ständig! Kleine Dinge gehen immer mal schief, manchmal auch große. Wichtig ist, diese in Relation zu setzen (vieles ist bei genauerer Betrachtung nur halb so wild), daraus zu lernen – und weiter zu machen. Außerdem muss man sich an den vielen Sachen erfreuen, die auch wahnsinnig gut laufen. Wir sind da eigentlich ziemliche Optimisten – und ziehen uns auch immer gegenseitig wieder hoch und mit. Das ist das Schöne im Tandem, wir sind ja auch eins :-).

Werden Firmen offener für neue Modelle der Arbeit?

Ja, absolut. Immer mehr Firmen kommen direkt auf uns zu, weil sie Jobsharing einführen möchten und die Idee klasse und innovativ finden. Das freut uns sehr, denn tatsächlich ging dem auch viel Informations- und Aufklärungsarbeit voraus in den letzten beiden Jahren.

Was sind die Vorteile von Jobsharing?

Für die Menschen: der eigene, qualifizierte Job in Teilzeit – mit einem Sparringspartner an der Seite!
Für Unternehmen: doppelte Power, doppeltes Know-How und doppelte Erfahrung auf einer Stelle, die perfekte Vertretung im Urlaubs- und Krankheitsfall, höhere Produktivität und Zufriedenheit…. die Liste ist lang :-).

Wie kann ich mich bewerben für einen geteilten Job?

Man kann sich eigentlich für jeden Job, der als Vollzeitstelle ausgeschrieben ist, zu zweit bewerben! Denn de facto ist fast jeder Job jobsharing-tauglich. Den Partner und Tipps zur gemeinsamen Bewerbung gibt es bei uns auf der Plattform und auch auf dem Blog (www.zweiteilen.de).
Manchen Firmen suchen über uns auch Pendants für ihre Mitarbeiter – hier kann man sich dann auch als Einzelperson bewerben.

Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Gerade wächst unser eigenes Team – und wir haben u.a. zwei wunderbare weitere Jobsharing-Tandems eingestellt. Daher stehen spannende Zeiten bevor. Wir werden dem Thema Jobsharing noch viel mehr Power und Reichweite verleihen :-).

Kontakt zu Anna, Jana und Tandemploy

Webseite: Tandemploy.com
Blog: zweiteilen.de
Facebook: Tandemploy
Twitter: @Tandemploy